BEYOND THE WAR: Syrische Politik und Gesellschaft vor und nach 2011

 

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Mit der Dauer des Krieges in Syrien und seiner zunehmenden Komplexität, die sich aus divergierenden Bestrebungen und Interessen interner wie externer Akteure ergibt, ist es schwierig geworden, zwischen Konfliktparteien zu unterscheiden und die Interessen der Menschen in diesem Konflikt zu erkennen. Angesichts dieser Komplexität besteht die Gefahr, dass die Bedürfnisse der Menschen angesichts vorherrschender Diskurse und einseitiger Medienberichterstattung verschwinden.

Auf der sechsteiligen Filmreihe werden Dokumentarfilme aus und über Syrien gezeigt, gefolgt von Gesprächen mit Gästen. Das Ziel ist, verschiedene Themen in Zusammenhang mit der syrischen Gesellschaft und der Politik vor und nach 2011 (Beginn des Aufstandes) zu beleuchten, wie etwa die Entwicklung der syrischen Gesellschaft, das politische System und Partizipationsmöglichkeiten, Religion und Säkularismus sowie Frauenrechte.

 

Ort:      Bi’bak - Prinzenallee 59, 13359 Berlin

Freier Eintritt. Spende willkommen.
Die Veranstaltungen finden in arabischer und englischer Sprache statt.

 

Program: 12.04.2018 – 24.05.2018
 

bi’bakino #53

Step by Step / Khutwa Khutwa

Donnerstag 12.04.2018 um 19:30 Uhr

Regie: Ossama Mohammed, 1978
23 min, Arabisch mit Englischen Untertiteln

Der Filmemacher hat in seinem kurzen Dokumentarfilm den schrecklichen Zustand Syriens festgehalten. Der Film ist eine Reflektion über die Entwicklung der syrischen Gesellschaft um das Jahr 1978. Er beginnt hoffnungsvoll mit einer Aufnahme von Dorfkindern, die über ihre Traumjobs sprechen. Aber bald wird klar, dass solche unschuldige Offenheit nur von kurzer Dauer sein wird.

Filmvorführung gefolgt von offener Diskussion mit Lama Ahmad, ehemalige syrische Diplomatin, über die Gründung der syrischen Gesellschaft und die Auswirkungen des Baath-Regimes auf sie. 

 

bi'bakino # 54

Babrusk / Stimme des Windes

Donnerstag 19.04.2018 um 19:30 Uhr

Regie: Shirwan Qasim, 2015
54 min, Kurdisch mit englischen Untertiteln

Der Film zeigt, wie die Stadt Kobani nach ihrer fast vollständigen Zerstörung zu einer Geisterstadt wurde und wie einige ihrer Leute beschlossen, zurückzukehren, um nach ihren Erinnerungen zu suchen, trotz der Warnung von Spezialisten, dass die Stadt unbewohnbar ist. Der Film hebt auch die Beteiligung von Frauen im Kampf hervor, da Kobani ein Stammesgebiet mit einer besonderen sozialen Struktur ist.

Filmvorführung gefolgt von einem Interview mit dem Filmemacher Shirwan Qasim.

 

bi’bakino #55

The Light in Her Eyes

Donnerstag 26.04.2018 um 19:30 Uhr

Regie: Julia Meltzer and Laura Nix, 2011
1,20 min, Arabisch mit englischen Untertiteln

Entstanden kurz bevor der Aufstand in Syrien 2011 ausbrach, bietet The Light in Here Eyes ein außergewöhnliches Porträt der Rolle des Islams in der syrischen Gesellschaft im Allgemeinen und insbesondere der Herausforderungen und Träume muslimischer Frauen, die nach dem Islam leben wollen.

Filmvorführung gefolgt von offener Diskussion mit Dr. Mohammad Magout, Forscher an der Universität Leipzig, über Religion und Säkularismus in Syrien.

 

bi’bakino #56

True Stories of Love, Life, Death and Sometimes Revolution

Donnerstag 03.05.2018 um 19:30 Uhr

Regie: Nidal Hassan und Lilibeth Cuenca Rasmussen, 2012
65 min, Arabisch mit englischen Untertiteln

Zwischen Damaskus, Sweida und Kobani (Ein Al Arab) in Syrien sammelt der Film Geschichten abwesender oder verschwundener Frauen, die ihre eigenen Zeugnisse über sich selbst und über Liebe, Leben, Tod und manchmal über die Revolution präsentieren.

Filmvorführung gefolgt von einem Interview mit dem Filmemacher Nidal Hassan.

 

bi’bakino #57

Ibn al-3am Online / The Cousin Online

Donnerstag 10.05.2018 um 19:30 Uhr

Regie: Mohammad Ali Atassi, 2011
36 min, Arabisch mit englischen Untertiteln

Während Informationstechnologie und soziale Medien zu wichtigen Kommunikationsmitteln im syrischen Aufstand werden, zeigt der Film eine Skype-Konversation über Fragen des Aufstandes zwischen dem 83 Jahre alten syrischen Oppositionspolitiker Riyad Al-Turk und dem syrischen Oppositionsführer Filmemacher, der im Libanon lebt.

Filmvorführung gefolgt von einer offenen Diskussion mit dem syrischen Forscher und Autor Tarek Aziza über politische Partizipation und Aktivismus in Syrien.

 

bi’bakino #58

Al-Rakib Al-Khaled / The Immortal Sergeant

Donnerstag 24.05.2018 um 19:30 Uhr

Regie: Ziad Kalthoum, 2014
1,15 min, Arabisch mit englischen Untertiteln

Der Filmemacher wurde nach Beendigung seiner Wehrpflicht als Sergeant festgehalten, als der Aufstand in Syrien begann. Während dieser Zeit ging er zurück nach Damaskus, zog seine Militäruniform aus und kehrte in sein normales Leben zurück, wo er als Regieassistent arbeitete. Um dieser schizophrenen Situation einen Sinn zu geben, beschließt er, seine Kamera zu nehmen und ein "Making-of" zu drehen, das schließlich über den Film hinausgeht, an dem er beteiligt war.

Filmvorführung gefolgt von einer offenen Diskussion mit Hozan Ibrahim, Direktor des Vereins "Citizens for Syria", über die aktuelle Situation und Rolle der Zivilgesellschaft in Syrien.

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Kuratiert von Amer Katbeh (Friedenskreis Syrien e. V.)

Amer studierte Geisteswissenschaften und Englische Literatur an der Universität von Damaskus, Syrien. Neben und nach Abschluss seines Studiums arbeitete er für den Syrischen Roten Halbmond und anschließend für die UN-Flüchtlingskommission (UNHCR) in Damaskus. Amer Katbeh promoviert seit Juli 2016 in Friedens- und Konfliktforschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Neben der Konflikttransformation und den politischen Systemen in Ägypten und Syrien gehören die Beziehung zwischen Staat und Religion sowie die Flüchtlingsforschung zu seinen Forschungsschwerpunkten. 2013 war er Mitbegründer des Friedenskreis Syrien e. V. (FKS), der für friedliche Konfliktkultur und konstruktiven Dialog im Bezug zum aktuellen Konflikt in Syrien steht. Durch Workshops und Diskussionsveranstaltungen schafft der FKS Räume für Einzelpersonen, um Ideen und Gedanken zu verschiedenen Themen im Zusammenhang mit Syrien und Syrer*innen zu diskutieren und auszutauschen.

 

In Kooperation mit Bi’bak mit freundlicher Unterstützung der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin (LEZ) und der Stiftung Nord-Süd-Brücken aus Mitteln des BMZ.